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fandest, wenn du nach einer kleinen Abwesenheit in meine Arme
zurückkehrtest.
Diese Gesinnungen traue ich dir zu, versetzte der Gemahl, und bitte
dich, darin zu verharren. Laß uns aber an die äußersten Fälle denken;
warum soll man sich nicht auch darauf vorsehen? Du weißt, wie sehr
deine schöne und reizende Gestalt die Augen unserer jungen Mitbürger
auf sich zieht; sie werden sich in meiner Abwesenheit noch mehr als
bisher um dich bemühen, sie werden sich dir auf alle Weise zu nähern,
ja zu gefallen suchen. Nicht immer wird das Bild deines Gemahls, wie
jetzt seine Gegenwart, sie von deiner Türe und deinem Herzen
verscheuchen. Du bist ein edles und gutes Kind, aber die Forderungen
der Natur sind rechtmäßig und gewaltsam; sie stehen mit unserer
Vernunft beständig im Streite und tragen gewöhnlich den Sieg davon.
Unterbrich mich nicht! Du wirst gewiß in meiner Abwesenheit, selbst
bei dem pflichtmäßigen Andenken an mich, das Verlangen empfinden,
wodurch das Weib den Mann anzieht und von ihm angezogen wird. Ich
werde eine Zeitlang der Gegenstand deiner Wünsche sein; aber wer weiß,
was für Umstände zusammentreffen, was für Gelegenheiten sich finden,
und ein anderer wird in der Wirklichkeit ernten, was die
Einbildungskraft mir zugedacht hatte. Werde nicht ungeduldig, ich
bitte dich, höre mich aus!
Sollte der Fall kommen, dessen Möglichkeit du leugnest und den ich
auch nicht zu beschleunigen wünsche, daß du ohne die Gesellschaft
eines Mannes nicht länger bleiben, die Freuden der Liebe nicht wohl
entbehren könntest, so versprich mir nur, an meine Stelle keinen von
den leichtsinnigen Knaben zu wählen, die, so artig sie auch aussehen
mögen, der Ehre noch mehr als der Tugend einer Frau gefährlich sind.
Mehr durch Eitelkeit als durch Begierde beherrscht, bemühen sie sich
um eine jede und finden nichts natürlicher, als eine der andern
aufzuopfern. Fühlst du dich geneigt, dich nach einem Freunde
umzusehen, so forsche nach einem, der diesen Namen verdient, der
bescheiden und verschwiegen die Freuden der Liebe noch durch die
Wohltat des Geheimnisses zu erheben weiß.
Hier verbarg die schöne Frau ihren Schmerz nicht länger, und die
Tränen, die sie bisher zurückgehalten hatte, stürzten reichlich aus
ihren Augen. Was du auch von mir denken magst, rief sie nach einer
leidenschaftlichen Umarmung aus, so ist doch nichts entfernter von
mir als das Verbrechen, das du gewissermaßen für unvermeidlich hältst.
Möge, wenn jemals auch nur ein solcher Gedanke in mir entsteht, die
Erde sich auftun und mich verschlingen, und möge alle Hoffnung der
Seligkeit mir entrissen werden, die uns eine so reizende Fortdauer
unsers Daseins verspricht. Entferne das Mißtrauen aus deiner Brust
und laß mir die ganze reine Hoffnung, dich bald wieder in meinen Armen
zu sehen!
Nachdem er auf alle Weise seine Gattin zu beruhigen gesucht, schiffte
er sich den andern Morgen ein; seine Fahrt war glücklich, und er
gelangte bald nach Alexandrien.
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